Die Sintflut

(Die Aussagen der Bibel)

 

Der Sintflutbericht des Moses ist reduziert auf die wesentlichsten Passagen.

Markierungen, Zusätze (in Klammer) und Kommentare sind vom Autoren.

Sinn der farblichen Markierungen werden in einem nachfolgenden Kommentar erklärt.

(Vorab: Gott ist nicht gleich Gott und HERR ist nicht gleich HERR!)

 

 

Die Ankündigung

1Mo 6 (Luther)

1 Als aber die Menschen sich zu mehren begannen auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,

2 da sahen die Gottessöhne, wie schön die Töchter der Menschen waren, und nahmen sich zu Frauen, welche sie wollten.

In Folge kam es also zu einer weiteren Rasse, einer Hybridenrasse. Diese Hybriden waren großwüchsig und wurden Nephilim genannt. Sie waren hauptverantwortlich für die großen baulichen Leistungen in jener Frühzeit der menschlichen Geschichte.

3 Da sprach der HERR: Mein Geist soll nicht immerdar im Menschen walten, denn auch der Mensch ist Fleisch. Ich will ihm als Lebenszeit geben hundertundzwanzig Jahre.

4 Zu der Zeit und auch später noch, als die Gottessöhne zu den Töchtern der Menschen eingingen und sie ihnen Kinder gebaren, wurden daraus die Riesen auf Erden. Das sind die Helden der Vorzeit, die hochberühmten.

5 Als aber der HERR sah, dass der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar,

6 da reute es ihn, dass er (genauer, sein Bruder) die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,

7 und er sprach: Ich will die Menschen, die ich (genauer, mein Bruder) geschaffen habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis hin zum Vieh und bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln unter dem Himmel; denn es reut mich, dass ich sie gemacht habe.

Es sind nicht die riesenwüchsigen Bastarde, die hier auf der Anklagebank sitzen. Es sind die eigentlichen Erdlinge, die nicht ganz im Sinne ihrer Schöpfer geraten sind. Sie sollen beseitigt werden.

 

 

Noah und die Arche

8 Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.

...

11 Aber die Erde war verderbt vor Gottes Augen und voller Frevel.

12 Da sah Gott auf die Erde, und siehe, sie war verderbt; denn alles Fleisch hatte seinen Weg verderbt auf Erden.

13 Da sprach Gott zu Noah: Das Ende allen Fleisches ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voller Frevel von ihnen; und siehe, ich will sie verderben mit der Erde.

14 Mache dir einen Kasten von Tannenholz und mache Kammern darin und verpiche ihn mit Pech innen und außen.

...

17 Denn siehe, ich (genauer, die Götter lassen es zu, dass ...) will eine Sintflut kommen lassen auf Erden, zu verderben alles Fleisch, darin Odem des Lebens ist, unter dem Himmel. Alles, was auf Erden ist, soll untergehen.

18 Aber mit dir will ich meinen Bund aufrichten, und du sollst in die Arche gehen mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und mit den Frauen deiner Söhne.

19 Und du sollst in die Arche bringen von allen Tieren, von allem Fleisch, je ein Paar, Männchen und Weibchen, dass sie leben bleiben mit dir.

...

Die Sintflut steht hier für ein Naturereignis kosmischen Ausmaßes, welches absehbar über die Erde kommt. Dieses Ereignis würde die Erdenbevölkerung drastisch dezimieren ggf. sogar gänzlich vernichten. Das kam den Schaffern ganz gelegen, denn so konnten sie sich der Menschen entledigen, ohne selbst Hand an legen zu müssen.

Ein Vorwurf muss aber stehen bleiben: Wenn ein Gott / oder auch mehrere eine neue Rasse schaffen, dann sind sie für diese verantwortlich. Ihre Vernichtung ist nicht die Lösung. Ihre Aufgabe wäre es, dieses Geschlecht zur Reife zu erziehen.

 

 

Die Flut

1Mo 7 (Luther)

...

4 Denn von heute an in sieben Tagen will ich regnen lassen auf Erden vierzig Tage und vierzig Nächte und vertilgen von dem Erdboden alles Lebendige, das ich gemacht habe.

...

19 Und die Wasser nahmen überhand und wuchsen so sehr auf Erden, dass alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden.

20 Fünfzehn Ellen hoch gingen die Wasser über die Berge, so dass sie ganz bedeckt wurden.

21 Da ging alles Fleisch unter, das sich auf Erden regte, an Vögeln, an Vieh, an wildem Getier und an allem, was da wimmelte auf Erden, und alle Menschen.

22 Alles, was Odem des Lebens hatte auf dem Trockenen, das starb.

...

 

Die Reue

1Mo 8 (Luther)

1 Da gedachte Gott an Noah und an alles wilde Getier und an alles Vieh, das mit ihm in der Arche war, und ließ Wind auf Erden kommen, und die Wasser fielen.

2 Und die Brunnen der Tiefe wurden verstopft samt den Fenstern des Himmels, und dem Regen vom Himmel wurde gewehrt.

3 Da verliefen sich die Wasser von der Erde und nahmen ab nach hundertundfünfzig Tagen.

...

13 Im sechshundertundersten Lebensjahr Noahs am ersten Tage des ersten Monats waren die Wasser vertrocknet auf Erden. Da tat Noah das Dach von der Arche und sah, dass der Erdboden trocken war.

14 Und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz trocken.

15 Da redete Gott mit Noah und sprach:

16 Geh aus der Arche, du und deine Frau, deine Söhne und die Frauen deiner Söhne mit dir.

17 Alles Getier, das bei dir ist, von allem Fleisch, an Vögeln, an Vieh und allem Gewürm, das auf Erden kriecht, das gehe heraus mit dir, dass sie sich regen auf Erden und fruchtbar seien und sich mehren auf Erden.

...

20 Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allem reinen Vieh und von allen reinen Vögeln und opferte Brandopfer auf dem Altar.

21 Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.

...

1Mo 9 (Luther)

11 Und ich richte meinen Bund so mit euch auf, dass hinfort nicht mehr alles Fleisch verderbt werden soll durch die Wasser der Sintflut und hinfort keine Sintflut mehr kommen soll, die die Erde verderbe.

 

Gott schließt einen Bund mit den Überlebenden. Offenbar hat er in Verbindung mit dieser Katastrophe seine unterlassene Hilfe erkannt und will, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt.

Die Geschichte, wie sie in der Bibel erzählt wird, geht in einigen Dingen sehr ins Detail, wie z.B. die Anzahl der Regentage und wie hoch das Wasser steigt usw., doch andere wesentliche Details werden uns verschwiegen, so dass wir ein völlig falschen Bild von dieser Katastrophe übermittelt bekommen.

Das hat u.a. damit zu tun, dass irgendwann die "Eingottideologie" propagiert wurde.

Die sumerischen Schriften (auch diese wurden zensiert) geben uns aber einen ganz anderen Einblick auf das, was sich hinter den Kulissen abspielte. Danach handelte es sich nämlich um zwei Götter, die als die Hauptakteure in Erscheinung treten:

§        Enlil, dem die Verantwortung über die Erde übertragen wurde. Er wollte schon lange die Vernichtung des Menschengeschlechtes.

§        Enki, der Schöpfer des Menschengeschlechtes, wollte zumindest gewährleisten, dass die Spezies überlebt. So setzte er sich eigenmächtig über den Rat der Götter hinweg und sorgte für Überlebende.

Im Bibeltext habe ich die entsprechenden Hinweise, die mit Enki / Enlil im Zusammenhang stehen, farblich markiert. Die Begriffswahl läßt leider keine Zuordnung erkennen. Beide werden in der Übersetzung mit "Gott", mit "ich",  und auch mit "HERR" (JHWH) tituliert. Daher ist eine Identifizierung nur vom Inhalt her möglich.

Der biblische Sintflutbericht ist reine Irreführung. In der vorliegenden Form werden wesentliche Geschehnisse vertuscht!

 

§         Mehrere Götter waren in das Geschehen verwickelt.

§         Diese Götter wollten sich des Menschengeschlechtes entledigen (um sich so ihrer Verantwortung entziehen zu können)

§         Die Götter waren sehr unterschiedlicher Meinung in bezug auf das Menschengeschlecht.

Durch weitere Quellen werden diese Behauptungen ebenfalls gestützt. -

Das, was wir als Sintflut kennen, kann so ansatzweise konkretisiert werden. Diese „Legende“ bekommt Gestalt; allerdings nicht ganz wie es uns die christliche Lehre vermittelt hat.

 

 

Ergänzungen

Es gibt Quellen, deren (Sint) Flutbericht dem der Bibel in wesentlichen Details verblüffend ähnlich ist. Es ist z.B. die des Gilgamesch und auch die des Atra Hasis. Natürlich gibt es noch viele weitere Flutberichte aus allen Erdteilen. Doch sind die meisten dieser Berichte (Sagen) nur sehr vage abgefasst und nicht unbedingt geeignet, daraus einen genauen historisch korrekten Ablauf der Ereignisse zu rekonstruieren. Natürlich mag es auch noch (mir nicht zugängliche) Berichte geben, die ebenfalls historisch genau sind.

 

 

Bezugnahmen

In der Bibel gibt es in weiteren Büchern einige Bezugnahmen auf das Ereignis, welches uns als die Sintflut bekannt ist. Weitere Details werden uns hier allerdings nicht mitgeteilt; außer ggf. ein Hinweis in 1Pet 3:19,20 über gewisse ungehorsame Wesenheiten, die durch die Sintflut abgestraft werden sollten. Ansonsten muss das Ereignis "Sintflut" vordergründig als warnendes Ereignis für ein zukünftiges Strafgericht Gottes herhalten.

 

Jes 54:9

Wie in den Tagen Noachs soll es für mich sein: So wie ich damals schwor, dass die Flut Noachs die Erde nie mehr überschwemmen wird, so schwöre ich jetzt, dir nie mehr zu zürnen und dich nie mehr zu schelten.

 

Math 24:37-39

37 Denn wie es in den Tagen des Noach war, so wird es bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

38 Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging,

39 und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.

 

Luk 17:26

Und wie es zur Zeit des Noach war, so wird es auch in den Tagen des Menschensohnes sein.

 

1Pet 3:19,20

19 So ist er auch zu den Geistern gegangen, die im Gefängnis waren, und hat ihnen gepredigt.

20 Diese waren einst ungehorsam, als Gott in den Tagen Noachs geduldig wartete, während die Arche gebaut wurde; in ihr wurden nur wenige, nämlich acht Menschen, durch das Wasser gerettet.

 

2Pet 2:5

Er hat auch die frühere Welt nicht verschont, nur Noach, den Verkünder der Gerechtigkeit, hat er zusammen mit sieben anderen als achten bewahrt, als er die Flut über die Welt der Gottlosen brachte.

 

2Pet 3:5,6

5 Wer das behauptet, übersieht, dass es einst einen Himmel gab und eine Erde, die durch das Wort Gottes aus Wasser entstand und durch das Wasser Bestand hatte.

6 Durch beides ging die damalige Welt zugrunde, als sie vom Wasser überflutet wurde.

7 Der jetzige Himmel aber und die jetzige Erde sind durch dasselbe Wort für das Feuer aufgespart worden. Sie werden bewahrt bis zum Tag des Gerichts, an dem die Gottlosen zugrunde gehen.

 

Heb 11:7

Aufgrund des Glaubens wurde Noach das offenbart, was noch nicht sichtbar war, und er baute in frommem Gehorsam eine Arche zur Rettung seiner Familie; durch seinen Glauben sprach er der Welt das Urteil und wurde Erbe der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.

 

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Autor: B. Freytag

www.gottwissen.de/themen/sintflut/bibel.htm