Schufa

Kredit

Was ist die Aufgabe der SCHUFA? Mit dem Firmennamen SCHUFA wird ein bekanntes Privatunternehmen bezeichnet, das Daten über die Kreditwürdigkeit von Personen sammelt. Wenn Sie heute ein Darlehen beantragen, ein Girokonto eröffnen oder einen Mobilfunkvertrag abschließen, sollten Sie mit der Schufa vertraut sein. Bei der SCHUFA handelt es sich um eine Auskunftei, die tatsächlich viele Daten über fast alle deutschen Bürger speichert. Das Bereitstellen von kreditrelevanten Informationen ist das Kerngeschäft von Kreditagenturen wie der SCHUFA.

Zählen kompakter

Mithilfe von Scoring-Verfahren wird auf Basis der bisherigen Erfahrungswerte eine verlässliche Zukunftsprognose aufgestellt. Dabei geht es um die Frage: "Wie hoch ist die Eintrittswahrscheinlichkeit eines bestimmten Ereignisses?" Zur bestmöglichen Vorhersage von Auftretenswahrscheinlichkeiten werden entsprechende Informationen gesammelt und z.B. in der Medizintechnik, der Wetterkunde oder der Versicherung statistische auswertet.

Zum Beispiel können Mediziner das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls einschätzen, Wettermediziner das Sturmrisiko und Versicherungsgesellschaften die Eintrittswahrscheinlichkeit für ein Schadensrisiko. Beim Credit Scoring geht es um die Fragestellung, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit ist, dass jemand seinen Zahlungspflichten nachkommen wird.

Die Schufa - Freiraum statt Furcht!

Bei der Schufa Holdinggesellschaft (Eigenschreibung SCHUFA, ehemals SCHUFA e. V.; Schutzgesellschaft für generelle Kreditsicherung) handelt es sich um eine privatwirtschaftliche Kreditanstalt, die von Kreditunternehmen unterstützt wird. Die Schufa Holdinggesellschaft hat ihren Hauptsitz in Wiesbaden, der hessischen Hauptstadt. Unternehmensgegenstand ist der Gläubigerschutz gegen Kreditausfälle; nach Ansicht der Schufa leistet er auch einen Beitrag zum Verbraucherschutz vor Überverschuldung.

Der Schufa liegen 479 Mio. Individualdaten von 66,2 Mio. Menschen vor, was bedeutet, dass sie rund drei Viertel aller Bundesbürger errechnet hat. Mehr als 102,9 Mio. Bonitätsanfragen werden von der Schufa pro Jahr abgewickelt. Von diesen sind 1,5 Mio. Selbstdeklarationen von Bürgerinnen und Bürger, die ihre Informationen sehen wollen. In der Schufa sind 752 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern tätig (Stand 2010).

Der Schufa bestimmt die von ihr selbst eingegebenen Werte nur zum Teil selbst - Fremdsysteme wie das ZEK sind dabei. In der Regel stellen Kreditinstitute und andere Geschäftspartner der Schufa Kundendaten zur Verfügung. Dies bedarf der Zustimmung des Auftraggebers. Die Schufa bezieht einige Informationen selbst, z.B. Informationen aus öffentlich zugänglichen Datenquellen, wie z.B. den Schuldnerregistern der örtlichen Gerichte.

Die Frage, ob diese Informationen ohne Zustimmung der betroffene Person verarbeitet werden können, ist kontrovers. Auf der anderen Seite bemängelt der Schutz der Daten die Aufnahme von Gerichtsdaten in eine ausschließlich privater Betreiber und deren digitale Verwertung. Aus einem Vorschlag der EU-Datenschutzrichtlinie hatte der Versicherer eine korrespondierende Genehmigung zugunsten der Kreditinstitute gestrichen, so dass die Vervielfältigung dieser Informationen als nicht zulässig angesehen werden kann.

Im Falle der Zustimmung werden in der Schufa nicht nur Namen, Geburtsdaten, aktuelle und frühere Adressen, sondern auch Angaben zur Annahme und vertraglichen Bearbeitung von Wirtschaftsbeziehungen ("positive Merkmale") sowie Angaben über außervertragliches Handeln und Strafverfolgungsmaßnahmen ("negative Merkmale") erfasst. Es werden folgende Angaben gespeichert: Kontaktdaten: Abkürzungen für die Ablage von ausgewählten Merkmalen in der SCHUFA: Die folgenden Eigenschaften werden nicht mehr registriert oder wurden durch andere Eigenschaften ersetzt:

Angaben zu Kontokorrent- und Kreditkarte sowie zu Handels- und Versandkonten werden nach der Kontoschließung unterdrückt. Das Angebot der Schufa an Geschäftspartnern ist in drei Bereiche unterteilt: Darüber hinaus bietet die Schufa Risikomanagement und Kundenservice für andere Gesellschaften, vor allem für Versicherungsgesellschaften, die ein begründetes Interessen haben. F Vertragspartner (Inkassounternehmen) bekommen Adressangaben (laut Schufa-Pressestelle jedoch nur von Personen, die bei Vertragsschluss, d.h. wie in allen anderen FÃ?llen, der Zusage der entsprechenden Zusatzklausel zugestimmt hatten).

So verwendet das Internetauktionshaus eBay die Schufa-Informationen seit MÃ??rz 2003, um z. B. bei der Eröffnung neuer Nutzerkonten eine IdentitÃ?t festzustellen, eine MaÃ?nahme, die zur Vorbeugung von IdentitÃ?tsdiebstahl geeignet sein soll, da es nicht möglich ist, sich mit den Angaben aus dem Register anzumelden, zum Beispiel durch Verlinkung mit dem Geburtstag. Darüber hinaus wird die Anforderung für ein Jahr ausschließlich für den Konsumenten in seinem Datenbestand zu Steuerungszwecken aufbewahrt.

Sowohl die Firma Remtsma als auch diverse Versteigerungshäuser und Freemail-Anbieter nutzen ein Erwachsenenüberprüfungssystem der Schufa. Die Schufa verfügt seit dem Jahr 2005 auch über ein Altersverifikationssystem, das von der Europäischen Jugendkommission für den Schutz von Minderjährigen in den Medien zugelassen und als solches gewürdigt wurde. Gemäß dem Jahresbericht (2002) werden rund 2.000 Gegenparteien aus dem Bankensektor mit A-Daten ("positive und negative Merkmale") versorgt.

Ca. 2500 Geschäftspartner aus dem Nichtbankensektor empfangen Belastungsdaten (negative Merkmale). EmpfÃ?nger sind auch Fremdfirmen nach dem Datenschutzgesetz (BDSG) sowie Ã?uÃ?ere und innerbetriebliche Schufastellen. Nach dem BDSG hat jede Personen das Recht auf Einsicht in die bei der Schufa abgeleg. Die Schufa hat das Recht auf Berichtigung unrichtiger Angaben.

Darüber hinaus werden von der Schufa auch die gebührenpflichtigen Angebote "Bonitätsinformationen" und "Informationen online" angeboten. Zur Registrierung im Schufa-Portal und damit der Möglich-keit, nach erfolgter Authentisierung unter anderem im PostIdent Verfahren die eigenen Angaben abrufen zu können, benötigt die Schufa eine einzigartige Registrierungsgebühr in einem Wert von 18,50 ? Als registrierter Benutzer des Internets können Sie den "UpdateService" der Schufa gegen Entgelt in Anspruch nehmen, um per E-Mail und/oder SMS über Veränderungen oder Rückfragen Ihrer Angaben durch Geschäftspartner der Schufa informiert zu werden und regelmässig über Ihre Bewertung informiert zu werden.

Es kann gegen eine Gebühr (ermäßigt für angemeldete Benutzer des Portals) eine geschriebene Schufa-Verbraucherinformation angefordert werden, die im Unterschied zur kompletten Schufa-Verbraucherinformation keine Auskunft darüber gibt, wer die über den Benutzer erfassten Informationen an die Schufa weitergegeben hat. Mit dem Verbraucherinformationsdienst der Schufa kann der Verbraucher das gegenseitige Interesse an seinen eigenen geprüften Informationen fördern, ohne seine geschäftlichen Beziehungen offen legen zu müssen.

Stellt der Antragsteller falsche Angaben fest, kann er sich an das Verbraucher-Service-Center in Hannover wende. Sie können auch ein Schufa-Verbraucher-Service-Telefon anrufen. Ein Empörungssturm wurde im Aug. 2010 zeitweilig ausgelöst durch die Ankündigung, dass ein knappes Viertel der rund 400.000 befragten Konsumenten in den eigenen Angaben der Schufa einen Irrtum hatte.

Darüber hinaus stellt die Schufa ihren Vertragspartner einen Scorewert zur Verfügung. Dies ist ein Zahlenwert von 2 bis 100, der dem entsprechenden Konsumenten zugewiesen wird und die statistisch begründete Ausfallwahrscheinlichkeit eines Kreditausfalls wiedergibt. Gegen die Bestimmung und Übermittlung von Punktwerten kann die Schufa in schriftlicher Form Einspruch erheben. Die Konsumenten können sich seit dem Stichtag 31. Dezember 2010 über die historisch bedingten Wahrscheinlichkeiten - d.h. die innerhalb der letzten 12 Monaten an die Vertragspartner der SCHUFA übermittelten SCHUFA-Scores - sowie über die aktuell gültigen Branchenwerte nach 34 (4) US-Dollar BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) informieren.

Um die Herkunft der Score-Werte zu erklären, werden in den sechs Datentypen "Bisherige Zahlungsausfälle", "Kreditauslastung", "Kreditaktivität Vorjahr ", "Bonitätsdauer", "Allgemeine Daten" und "Adressdaten" (meist nicht verwendet) sowie die Gesamt-Bedeutung des Score-Wertes individuelle Bewertungen gemäß den rechtlichen Anforderungen vorgenommen. Der Schufa kommt unter den Wirtschaftsauskunfteien eine herausragende Sonderstellung zu. Grund dafür ist ihr Verhältnis zu den Kreditinstituten und der anderen Kreditwirtschaft und das Volumen ihrer Angaben, das sich aus der Tatsache ergibt, dass es schwierig ist, ein Konto in Deutschland zu eröffnen, ohne die Schufaklausel zu unterzeichnen.

Es besteht keine Pflicht, die Schufa-Klausel in den Konten für alle zu unterzeichnen. Das " Schufa-System " ist dadurch gerechtfertigt, dass es nicht nur der Kreditwirtschaft zugute kommt, sondern auch den Konsumenten vor Überverschuldung bewahrt, die als den Konsumenten handlungsunfähig gemacht wird. Die Schufa wurde von Verbraucherverbänden, Datenschutzbeauftragten und Anwälten kritisiert:

Illegale Anfragen nach Schufa-Daten, z.B. durch einen Freund, der bei einem Vertrag mit der Schufa beschäftigt ist, können nicht verlässlich verhindert werden. Aktivitätsbericht über einen Sachverhalt, in dem ein Unternehmer letztlich ungerechtfertigte Schufa-Daten über eine Hausverwaltungsgesellschaft, die Vertragspartei der Schufa ist, erhalten hat. In der Schufa wird die Ermittlung des Score-Wertes nicht offenbart und ist daher für Außenseiter opaqu.

Die Erfassung personenbezogener Daten wurde bis 2001 als negativer Aspekt in die Bewertung einbezogen; nach heftigen Demonstrationen beendete die Schufa diese Vorgehensweise. Jedem Konsumenten steht es frei, die Übermittlung von Scores an seine Persönlichkeit in der Schufa zu unterlassen. Dass die Einholung von Darlehensangeboten als extrem negativ in die Bewertung einbezogen wird, wenn das Finanzinstitut im SCHUFA-Antrag den Grund für die Beantragung "Kreditantrag" anstelle von "Kreditkonditionenantrag" nennt, wird stark kritisiert.

Sie " stellt klar, dass Angaben über das Verhalten der betroffene Person, die (im Zuge eines Vorvertragstreits) der Schaffung von Marktransparenz (auch mit Zustimmung der betroffene Person) dient, nicht zur späteren Weitergabe an Kreditagenturen weitergegeben werden dürfen (Satz 4). Dieser Einschätzung steht die Anforderung nach Marktransparenz und das Modell eines verantwortlichen Auftraggebers entgegen, der sich auf der Basis mehrerer Vergleichsangebote für oder gegen einen Auftrag ausspricht.

Gemäß der neuen Verordnung ist die Übertragung von Angaben über Anträge auf Kreditbedingungen zu Informationszwecken in die Datenbank einer Kreditagentur inakzeptabel. "Die Schufa hält die Schufa AG am gestrigen Tag vom Berliner LG zur Offenlegung der Einzelheiten der Ermittlung der Kreditausfallwahrscheinlichkeit und des Scoringverfahrens auf eine von Andreas Manoussos, Wirtschaftsberater und Schuldnerberater, erhobene Klageschrift (LG Berlin, Beschluss vom 11.11.2011 - 6 O 479/10).

Vor dem Hintergrund der Bemühungen der Schufa, neue Geschäftsbereiche in der Wohnungs-, Versicherungs- und Inkassobranche zu eröffnen, haben der Beauftragte der Bundesregierung für den Bundesdatenschutz und mehrere Landesdatenschutzbeauftragte in einer Gemeinschaftsmitteilung (15. 05. 2003) davor gewarnt, die Schufa zu einer zentralen Akte der Privatwirtschaft auszubauen. In zahlreichen Fällen sind beispielsweise Telekommunikationsunternehmen ihren Kundinnen und Kunden mit einem Eintrag in die Schufa gedroht und dann den Auftrag wegen Nichterfüllung gekündigt haben.

Im Falle widersprüchlicher Ansprüche dürfen keine Daten nach 28a Abs. 1 S. 1 Nr. 4 Buchst. d) BDSG und keine Eingabe nach den Schufa-Richtlinien vorgenommen werden, dies wird von der Schufa jedoch nicht selbst geprüft. Beweist der Betreffende, bevorzugt über einen Rechtsanwalt, der Schufa gegenüber, dass der Einwand erhoben wurde, streicht das Verlagshaus den Beitrag, der Reputationsschaden kann jedoch fortbestehen.

Die Schufa ist der Aufforderung, auch für die berichtenden Firmen ein sogenanntes Quality Management durchzuführen, bisher nicht nachkommend. Im Jahr 2009 hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz eine Umfrage zu den Fehlerraten der verschiedenen Kreditanstalten vorbereitet und festgestellt, dass auch die Schufa eine sehr gute Fehlerrate aufweist. Im Jahr 2002 führte die Südtiroler Kulturstiftung eine Umfrage für ihre Fachzeitschrift Finanzztest durch und stellte fest, dass viele Angaben (69%) vollständig, überholt oder fehlerhaft waren.

Im Jahr 2010 kam sie nach einer eigenen Erhebung zu dem Schluss, dass 1 Prozent der von der Schufa erhobenen Angaben unrichtig, 8 Prozent obsolet und 28 Prozent fehlend waren. Anfangs Jänner 2012 wurde bekannt, dass die Schufa in Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut die Absicht hat, in privaten und professionellen sozialen Netzwerken, vor allem in Form von WLAN, und anderen Internetdiensten als Grundlage für die Bonitätsbeurteilung der Verbraucher zu forschen.

Dieser Ansatz wurde von Verbraucherschutzverbänden und Politikern wegen des grenzüberschreitenden Umgangs mit personenbezogenen Merkmalen beanstandet.