Moses
März
08
In
gewissen Abständen werden immer wieder Propheten erweckt.
Diese
Notwendigkeit besteht, denn es liegt in der Natur des Menschen, sich immer wieder
von den Dingen Gottes abzuwenden. (Eigentlich Grund an diesem Punkt einmal
innezuhalten und die genauen Ursachen dafür zu analysieren. Das soll an dieser
Stelle jedoch nicht geschehen.)
Die
bedeutendsten Propheten des Islam sind Adam, Abraham, Moses, Jesus und
Mohammed.
Des
weiteren sind da Noah, Uzair, Joseph,
In
Folge habe ich mir den Koran durchgelesen, ob es dort zu einigen Propheten
weitere Informationen oder Hintergrundwissen gibt, wobei ich mich an den in der
Bibel genannten Informationen orientiert habe. – Ich wiederhole also nicht das
dort überlieferte Wissen, sondern beschränke mich weitgehend auf das, der
christlichen Leserschaft, meist unbekannte Wissen.
Über
Mose wird im Koran sehr ausführlich berichtet.
Ich
zitiere und kommentiere in Folge nur einen kleinen Teil davon.
Wobei
ich die Themen weitgehend chronologisch angehe.
Die
Geschichte, dass das Mosesbaby in ein schwimmfähiges Behältnis gelegt wurde, um
ihm so ein Überleben zu sichern, ist in etwa ähnlich der biblischen
Berichterstattung, außer dass hier und da noch einige Details mehr erwähnt
werden.
37 Wir haben uns doch auch (schon) ein anderes Mal um dich verdient gemacht. 38 (Damals) als wir deiner Mutter jene Weisung eingaben: 39 'Leg ihn (d.h. den kleinen Mosesknaben) in den Kasten, und dann leg diesen (w. ihn) in das große Wasser! Dann soll ihn das große Wasser an Land schwemmen, worauf ihn einer, der mir und ihm feind ist, (an sich) nehmen wird.' Und ich habe dich meine Liebe spüren lassen (w. ich habe Liebe von mir auf dich geworfen), 40a und du solltest unter meiner Aufsicht (?) (oder: von mir hochgeschätzt?) aufgezogen (w. hergerichtet) werden. B (Damals) als deine Schwester hinging und sagte: 'Soll ich euch zu jemand weisen, der ihn betreuen wird?' Da brachten wir dich zu deiner Mutter zurück, damit sie frohen Mutes (w. kühlen Auges) und nicht traurig sei.
7 Und wir gaben der Mutter Moses (die Weisung) ein: 'Stille ihn (d.h. den kleinen Mosesknaben)! Und wenn du für ihn fürchtest (daß er umgebracht werden könnte), dann setz ihn im großen Wasser aus (w. leg ihn in das große Wasser) und hab keine Angst (für sein Leben) und sei nicht traurig (darüber, daß du ihn nicht mehr bei dir hast)! Wir werden ihn dir zurückgeben und (später) zu einem Gesandten machen.'
10 Die Mutter Moses aber
war (nachdem sie den Knaben ausgesetzt hatte) ganz außer sich (w. Und das Herz
der Mutter Moses war leer). Sie hätte beinahe ihr Geheimnis preisgegeben (w.
Meldung über ihn erstattet). (Sie hätte es tatsächlich getan) wenn wir ihr
nicht das Herz stark gemacht hätten, damit sie (weiter) zu den Gläubigen gehöre.
18 Am (nächsten) Morgen trieb er sich voller Angst in der Stadt herum (w. war er ... in der Stadt), indem er sich (immer wieder) umsah (ob man nicht hinter ihm her sei). Auf einmal rief ihn derjenige, der ihn am Tag zuvor um Beistand gebeten hatte, (wieder um Hilfe?) an. Mose sagte zu ihm: 'Du bist offensichtlich auf dem falschen Weg.' (Trotzdem war er wieder zur Hilfeleistung bereit). 19 Als er nun den packen wollte, der ihnen beiden feind war, sagte dieser (w. er): 'Mose! Willst du mich umbringen, so wie du gestern jemand umgebracht hast? Du hast (anscheinend) nichts anderes im Sinn, als Gewalttaten im Land zu verüben (w. Du willst nichts, als im Land gewalttätig sein), und willst keiner von denen sein, die für Frieden und Ordnung sorgen.' 20 Und von einem weit entfernt gelegenen Bezirk der Stadt kam ein Mann dahergelaufen und sagte: 'Mose! Die Vornehmen beraten über dich in der Absicht, dich zu töten. Deshalb zieh (aus der Stadt) weg! Ich rate dir gut.' 21 Da zog er voller Angst aus ihr weg, indem er sich (immer wieder) umsah (ob man nicht hinter ihm hersei). Er sagte: 'Herr! Errette mich von dem Volk der Frevler!'
Seine
Flucht führte ihn dann nach Median, wo er nach der biblischen Chronologie 40
Jahre leben sollte.
25 Da kam die eine von den beiden verschämt zu ihm her und sagte: 'Mein Vater bittet dich zu sich, um dir den Lohn dafür heimzuzahlen, daß du uns (die Tiere) getränkt hast.' Nachdem er dann zu ihm gekommen war und ihm die Geschichte (von seiner Flucht aus Ägypten) erzählt hatte, sagte er: 'Hab keine Angst! Du bist (jetzt) dem Volk der Frevler (glücklich) entkommen.' 26 Die eine von den beiden (Frauen) sagte: 'Vater! Dinge ihn (als Knecht)! Du kannst keinen Besseren dingen als einen, der (so) stark und zuverlässig ist (wie er).'
27 Er sagte (zu Mose):
'Ich möchte dir eine dieser meiner beiden Töchter zur Frau geben unter der
Bedingung, daß du mir (dafür) acht Jahre dienst. Wenn du (mir) aber (weitere
zwei Jahre dienst und damit) zehn (Jahre) vollmachst, ist das deine Sache. Ich
will dir (meinerseits) nicht (mit weiteren Forderungen) lästig fallen. Du
wirst, so Gott will, finden, daß ich (einer) von den Rechtschaffenen bin.'
In
der Bibel werden diese Details nicht erwähnt, da ist auch nicht von zwei
Töchtern die Rede.
21 Mose entschloß sich, bei dem Mann zu bleiben, und dieser gab seine Tochter Zippora Mose zur Frau.
22 Als sie einen Sohn gebar, nannte er ihn Gerschom (Ödgast) und sagte: Gast bin ich in fremdem Land.
Es
gibt aber einen Bibelbericht, wonach Jakob 7 Jahre als Knecht arbeiten musste,
um die Ersehnte als Frau zu bekommen. Er bekam jedoch nur die Ältere; für die
Jüngere, die er sich so so sehr wünschte, musste er sich noch einmal 7 Jahre
verdingen.
18 Jakob hatte Rahel lieb, und so sagte er: Ich will dir um die jüngere Tochter Rahel sieben Jahre dienen.
19 Laban entgegnete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem anderen. Bleib bei mir!
Laban
vergab Jakob jedoch Lea, seine ältere Tochter, anstatt Rahel, die er sich
gewünscht hatte.
26 Laban erwiderte: Es ist hierzulande nicht üblich, die Jüngere vor der Älteren zur Ehe zu geben.
27 Verbring mit dieser noch die Brautwoche, dann soll dir auch die andere gehören um weitere sieben Jahre Dienst.
Und du brachtest einen Menschen um. Darauf erretteten wir dich aus der Bedrängnis (w. vom Kummer), und wir setzten dich einer schweren Prüfung aus. Dann verweiltest du (viele) Jahre unter den Leuten von Madjan. Hierauf kamst du, Mose, zu einer festgesetzten Zeit. 41 Ich habe dich nun für mich selber ausgebildet (oder: aufgezogen (?), w. hergerichtet) (um dich mit einem besonderen Auftrag zu betreuen).
Der
Tag, an dem Moses von den Himmlischen gerufen wurde, ist als ein besonderes
Ereignis mehrmals im Koran erwähnt. D.h. Gott, bzw. der Engel, der im Auftrage
Gottes handelte, hatte auf sich aufmerksam gemacht. An den Beginn des Kontaktes
wurde ein übernatürliches Geschehen gesetzt. Von einem Busch, der brannte, aber
nicht verbrannte, wie es in der Bibel geschrieben steht, ist im Koran nicht die
Rede. Dennoch wird es sich nicht nur um ein gewöhnliches Feuer gehandelt haben,
denn ein solches hätte niemals so ein großes Interesse hervorgerufen.
9 Ist dir nicht die Geschichte von Mose zu Ohren gekommen? 10 (Damals) als er ein Feuer sah und zu seinen Angehörigen sagte: 'Bleibt (hier stehen)! Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht kann ich euch davon ein Stück Glut bringen oder finde ich am Feuer (oder: auf Grund des Feuers) den rechten Weg (w. Rechtleitung).' 11 Als er dann hinkam, wurde ihm zugerufen: 'Mose! 12 Ich bin dein Herr. Zieh deine Sandalen aus! Du befindest dich im heiligen Tal Tuwa. 13 Und ich habe dich auserwählt. Höre nun auf das, was (dir hiermit als Offenbarungsauftrag) eingegeben wird! 14 Ich bin Gott. Es gibt keinen Gott außer mir. Darum diene mir und verrichte, meiner (in Ehrfurcht) gedenkend, das Gebet!
7 (Damals) als Mose zu seinen Angehörigen sagte: 'Ich habe ein Feuer wahrgenommen! Ich werde euch (nähere) Nachrichten darüber bringen, oder ein (hell) brennendes Stück Glut (davon). Vielleicht könnt ihr euch (daran) wärmen.' 8 Als er dann hinkam (w. zu ihm (d.h. dem Feuer) kam), wurde ihm zugerufen: 'Gesegnet ist, wer sich im Feuer und in seiner Umgebung befindet. Und gepriesen sei Gott, der Herr der Menschen in aller Welt! 9 Mose! Ich bin Gott, der Mächtige und Weise.'
29 Und als Mose die Frist
zu Ende geführt hatte und mit seinen Angehörigen dahinzog, nahm er auf der
Seite des Berges ein Feuer wahr. Er sagte zu seinen Angehörigen: 'Bleibt (hier
stehen)! Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht kann ich euch (nähere)
Nachricht darüber bringen, oder ein brennendes Scheit (davon). Vielleicht könnt
ihr euch (daran) wärmen.' 30 Als er dann hinkam (w. zu ihm (d.h. dem Feuer)
kam), wurde ihm auf der rechten Talseite auf dem (von Gott) gesegneten Stück
Land vom Baum her zugerufen: 'Mose! Ich bin Gott, der Herr der Menschen in aller
Welt.'
An
sehr vielen Stellen ist zu lesen, dass Mose ein Gesandter Gottes ist. Oft ist
auch die Rede davon, dass er ein Gesandter des Herrn der Menschen war. D.h.,
wir haben in dieser Formulierung auch den Hinweis, dass es einen (Gott) gibt,
der als der Herr der (aller) Menschen gilt. Übrigens eine Formulierung, die in
den christlichen Schriften auf Jesus angewandt wird.
158 Sag: Ihr Menschen! Ich bin der Gesandte Gottes an euch alle, (desselben Gottes) der die Herrschaft über Himmel und Erde hat. Es gibt keinen Gott außer ihm.
21 Nachdem ich vor euch Angst bekommen hatte, floh ich dann vor euch. Und mein Herr schenkte mir (daraufhin) Urteilsfähigkeit und machte mich zu einem der Gesandten.
104 Mose sagte: 'Pharao!
Ich bin ein Gesandter (der) vom Herrn der
Menschen in aller Welt (kommt). 105 Ich bin verpflichtet (?), gegen Gott nichts
auszusagen, außer der Wahrheit. Ich bin mit einem klaren Beweis von eurem Herrn
zu euch gekommen. Darum schick die Kinder Israels mit mir weg!'
46 Wir haben doch (seinerzeit) den Mose mit unseren Zeichen zu Pharao und seinen Vornehmen gesandt. Er sagte: 'Ich bin der Gesandte des Herrn der Menschen in aller Welt'. 47 Als er dann mit unseren Zeichen zu ihnen kam, hatten sie nichts Eiligeres zu tun, als darüber zu lachen.
51 Und gedenke in der Schrift des Mose! Er war Gesandter und Prophet. 52 Wir riefen ihn von der rechten Seite des Berges an und ließen ihn (uns) zu vertraulichem Gespräch nahekommen. 53 Und wir schenkten ihm in unserer Barmherzigkeit seinen Bruder Aaron, einen Propheten (oder: als Propheten).
43 Und wir haben doch,
nachdem wir die früheren Generationen hatten zugrunde gehen lassen, dem Mose
die Schrift gegeben, als sichtbare Beweise für die Menschen, und als eine
Rechtleitung und Barmherzigkeit, damit sie sich vielleicht mahnen lassen
würden.
7 Und (damals) als wir von den Propheten ihre Verpflichtung entgegennahmen, und von dir, und von Noah, Abraham, Mose und Jesus, dem Sohn der Maria! Wir nahmen von ihnen eine feste Verpflichtung entgegen.
Die
erste große Aufgabe, die Moses zufällt, ist, sein Volk, die Juden, aus der
Knechtschaft der Ägypter zu befreien. Der Bericht ähnelt dem der Bibel. Die
Wunder werden jedoch weniger ausführlich erwähnt.
Etwas
deutlicher wird berichtet, dass Moses sich nicht traute, vor den Pharao zu
treten, weil er sich nicht ausreichend sprachgewandt wähnte. In diese Bresche
sollte dann sein Bruder Aaron treten, dem es offenbar lag, vor hohen Personen
Rede und Antwort zu stehen.
42 Geh du und dein Bruder
mit meinen Zeichen und werdet nicht müde (in eurem Eifer), meiner zu gedenken!
43 Geht (beide) zu Pharao! Er ist aufsässig. 44 Darum sprecht sanft zu ihm,
damit er sich vielleicht mahnen läßt oder sich (vor Gott) fürchtet! 45 Sie
sagten: 'Herr! Wir fürchten, daß er sich an uns vergreift oder daß er aufsässig
wird.' 46 Er sagte: 'Habt keine Angst! Ich bin mit euch und höre und sehe
(alles mit an). 47 Geht nun zu ihm und sagt: Wir sind Gesandte deines Herrn.
Schick die Kinder Israels mit uns weg und bestrafe sie nicht! Wir sind mit
einem Zeichen von deinem Herrn zu dir gekommen. Heil sei über einem (jeden),
der der rechten Leitung folgt! 48 Uns ist (als Offenbarung) eingegeben worden, daß
die Strafe denjenigen trifft, der (die Wahrheit der göttlichen Botschaft) für
Lüge erklärt und sich (davon) abwendet.'
12 Mose (w. Er) sagte: 'Herr! Ich fürchte, daß sie mich der Lüge zeihen werden. 13 Auch fühle ich mich bedrückt, und meine Zunge ist nicht gelöst. Schicke daher zu Aaron (damit dieser den Auftrag übernimmt?)!
34 Mein Bruder Aaron ist
nun gewandter im Ausdruck als ich. Schick ihn zur Unterstützung mit mir, damit
er mich (in meinem Auftrag) bestätigt! Ich fürchte (nämlich), daß sie mich der
Lüge zeihen werden.' 35 Gott (w. Er) sagte: '(Gut.) Wir werden dir durch deinen
Bruder Kraft verleihen. Und wir geben euch beiden Vollmacht, so daß sie euch
nicht beikommen werden (wenn ihr) mit unseren Zeichen (zu ihnen kommt). Ihr,
und die euch folgen, werden Sieger sein.'
53 Und (damals) als wir dem Mose die Schrift und die Rettung (?) gaben, damit ihr euch vielleicht rechtleiten lassen würdet!
87 Wir haben doch (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und nach ihm die (weiteren) Gesandten folgen lassen. Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt. Aber waret ihr (Juden) denn nicht jedesmal, wenn ein Gesandter euch etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig und erklärtet ihn für lügnerisch oder brachtet ihn um?
154 Hierauf gaben wir dem Mose die Schrift, um (unsere Gnade) an dem zu vollenden, der (seine Sache) gut gemacht hatte (?), und um alles (im einzelnen) auseinanderzusetzen, und als Rechtleitung und Barmherzigkeit. Vielleicht würden sie (d.h. die Menschen, oder die Kinder Israels?) daran glauben, daß die (dereinst) ihrem Herrn begegnen werden.
145 Und wir schrieben ihm auf den (Gesetzes)tafeln allerlei auf, (daß es) zur Ermahnung (diene) und alles (im einzelnen) auseinandergesetzt (sei). 'Halte sie (d.h. die Tafeln) nun fest (in deinem Besitz) und befiehl deinem Volk, sie sollen sich an das Beste davon halten!'
2 Und wir haben (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und sie zu einer Rechtleitung für die Kinder Israels gemacht (indem wir ihnen geboten): 'Nehmt außer mir keinen Sachwalter,
117 Und wir gaben ihnen beiden (d.h. Mose und Aaron) die deutliche Schrift
118 und führten sie den geraden Weg.
119 Und wir hinterließen ihnen (als Vermächtnis) unter den späteren (Generationen den Segenswunsch):
120 'Heil sei über Mose und Aaron!'
Sehr
oft finden wir den Hinweis, dass sie Moses die Schrift gaben. Moses wird durch
seine Erziehung am Königshaus der Ägypter des Lesens und Schreibens mächtig
gewesen sein, etwas, was damals nur einigen wenigen vergönnt war. Insofern waren
geschriebene Dokumente in den Händen des Moses gut aufgehoben.
In
der Bibel steht, dass Moses die Gesetzestafeln vor Wut (Aaron ließ in seiner
Abwesenheit ein goldenes Kalb errichten) "kaputt schmiss". Solch
einen Hinweis finden wir im Koran nicht. Ich gehe davon aus, dass Moses (trotz
seines Zornes) genügend Selbstbeherrschung aufgebracht hat, solch ein
wertvolles Artefakt aus den Händen Gottes (der Engel) nicht einfach zu
zerstören. Ich neige also dazu anzunehmen, dass die im Koran gegebenen Hinweise
in dieser Angelegenheit authentischer sind.
Die
Tafeln enthielten offenbar nützliche Hinweise für das Volk.
"..befiehl deinem
Volk, sie sollen sich an das Beste davon halten!",
d.h., es waren in erster Linie wohl Ratschläge. Ob es sich dabei um Gesetze
gehandelt hat, die es zu befolgen galt, ist nicht ganz sicher.
Ich
gehe davon aus, dass es sinnvolle Richtlinien waren, deren Befolgung eine Menge
Vorteile mit sich brachte, weniger aber Gesetze, deren Befolgung ein
"Muss" war.
55 Und (damals), als ihr sagtet: 'Mose! Wir werden dir nicht glauben, bis wir Gott klar und deutlich sehen'! Da überkam euch der Donnerschlag, während ihr zuschautet. 56 Hierauf, nachdem ihr (vor Schrecken) tot waret, erweckten wir euch (wieder zum Leben). Vielleicht würdet ihr dankbar sein.
164 Und über einige Gesandte haben wir dir (schon) früher berichtet, über andere (bisher überhaupt noch) nicht - und mit Mose hat Gott wirklich gesprochen -,
Eine
Surenstelle, die unmissverständlich aussagt, dass Moses direkt mit Gott sprach.
So steht es auch in der Bibel.
9 Sobald Mose das Zelt
betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und blieb am Zelteingang stehen. Dann redete der Herr mit Mose.
10 Wenn das ganze Volk
die Wolkensäule am Zelteingang stehen sah, erhoben sich alle und warfen sich
vor ihren Zelten zu Boden.
11 Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen miteinander reden. Wenn Mose aber dann ins Lager zurückging, wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, nicht vom Zelt.
Die
oben gegeben Hinweise sind zu den nachfolgenden widersprüchlich. Einmal wird
ausdrücklich gesagt, Mose habe direkt mit dem Herrn (Gott) gesprochen, und ein
anderes Mal wird dies (übrigens auch in der Bibel) als Unmöglichkeit
hingestellt.
Hierzu ließen sich mehrere Spekulationen anstellen.
·
Meist wird gemeint,
Gott, mit dem er sprach, wäre nur ein Engel im Auftrage des Herrn gewesen.
·
Denkbar ist jedoch auch,
dass das, was Moses nicht sehen konnte (in der Bibel wird gesagt, dass er in
einer Höhle Schutz suchen sollte) vielleicht ein gigantisches Raumschiff war,
dessen Strahlkraft fürs menschliche Auge unerträglich war.
·
Genauso gut könnte auch
an eine andere Wirklichkeit (eine höhere Daseinsebene) gedacht sein, die Moses
im Erdenkleid nicht wahrnehmen konnte.
·
Weitere
Erklärungsansätze nicht ausgeschlossen.
143 Und als Mose zu unserem Termin kam und sein Herr mit ihm sprach (oder: als Mose zu unserem Termin gekommen war und sein Herr mit ihm gesprochen hatte), sagte er: 'Herr! Laß mich (dich) sehen, damit ich dich anschaue!' Gott (w. Er) sagte: 'Du wirst mich nicht sehen. Aber schau den Berg an! Falls er (bei meinem Erscheinen) fest auf seiner Stelle bleibt, wirst du mich sehen.' Als nun sein Herr dem Berg erschien, ließ er ihn (durch seine bloße Gegenwart) zu Staub zerfallen. Und Mose fiel (wie) vom Blitzschlag getroffen (bewußtlos) zu Boden.
142 Und wir verabredeten uns mit Mose (am Sinai) auf dreißig Tage und machten sie mit (weiteren) zehn voll. Damit betrug der Termin, auf den sein Herr sich (mit ihm) verabredete, volle vierzig Tage.
144 Gott (w. Er) sagte: 'Mose! Ich habe dich durch die Botschaften, die ich dir aufgetragen habe, und dadurch, daß ich (mit dir) gesprochen habe, vor den (anderen) Menschen auserwählt.
154 Und als sich Moses Zorn gelegt hatte, nahm er die Tafeln (wieder auf). In ihrem Text ist (oder: war) Rechtleitung und Barmherzigkeit enthalten für diejenigen, die vor ihrem Herrn Angst haben.
Der
Koran erwähnt nicht, dass Mose die Gottestafel "zerdeppert" hätte,
wie es in der Bibel zu lesen steht. Deswegen ist hier auch nicht von einem
zweiten 40tägigen Zusammentreffen die Rede.
155 Und Mose wählte zu
unserem Termin aus seinem Volk siebzig Männer aus. Und als das Beben über sie
kam, sagte er: 'Herr! Wenn du gewollt hättest, hättest du sie (schon) früher
zugrunde gehen lassen, und mich (dazu). Willst du uns denn zugrunde gehen lassen
(zur Strafe) für das, was die Toren unter uns getan haben?
5 Und wir haben doch
(seinerzeit) den Mose mit unseren Zeichen gesandt (mit dem Auftrag): Bring dein
Volk aus der Finsternis heraus ins Licht, und mahne sie (d.h. deine
Volksgenossen)
18 Das (was hier
verkündet wird) steht (schon) auf den früheren (w. ersten) Blättern (der
Offenbarungsschrift), 19 den Blättern von Abraham und Mose.
133 Und sie (d.h. die
Ungläubigen) sagen: 'Warum bringt er uns nicht (zur Bestätigung seiner Sendung)
ein Zeichen von seinem Herrn?' Ist denn nicht auf den früheren (w. ersten) Blättern (der
Offenbarungsschrift) ein klarer Beweis zu ihnen gekommen?
36 Oder hat er keine
Kunde bekommen vom Inhalt der (Offenbarungs)texte (w. Blätter) Moses
37 und Abrahams, (jenes Gottesmannes) der (die ihm auferlegte Verpflichtung) erfüllte?
Abraham
werden Schriften (Aufzeichnungen) nachgesagt. Diese sind in der Bibel nicht
erwähnt. Die ursprünglichen Schriften der Juden gingen verloren. Dies ist dokumentiert durch
den Koran und durch Schriften der frühen
Christengemeinde. Sogar die Bibel selbst enthält einige Hinweise darauf. Hier
stellt sich die Frage, weswegen Esra, (Uzair) als er die Judenschriften rekonstruierte, und (wie es im Koran heisst) Allah ihm das
Wissen wieder ins Herz gab, die Schriften Abrahams nicht mit berücksichtigte???
Enthielt
die Abrahamschrift vielleicht Wissen, welches uns nicht mehr zugänglich sein
sollte? Ich möchte bemerken, dass in vielen alten Schriften (z.B. sumerische
Schriften) Informationen enthalten sind, welche einiges, noch heute geglaubtes,
Wissen in Frage stellen. Abraham dürfte in seiner Schrift noch so manches vom
ursprünglichen Wissen verwandt haben.
Die
Mormonenkirche kennt eine Schrift
Abrahams. Diese soll J. Smith zugespielt worden sein. In wieweit es sich
hier tatsächlich um ein authentisches Dokument handelt, vermag ich nicht zu
sagen. Ich halte sie aber für eine lesenswerte Schrift, die so manche
ergänzenden Informationen enthält.
Autor: B. Freytag
www.gottwissen.de/koran/moses.htm