Moses

Ein Prophet aus der ersten Reihe

 

März 08

 

 

In gewissen Abständen werden immer wieder Propheten erweckt.

Diese Notwendigkeit besteht, denn es liegt in der Natur des Menschen, sich immer wieder von den Dingen Gottes abzuwenden. (Eigentlich Grund an diesem Punkt einmal innezuhalten und die genauen Ursachen dafür zu analysieren. Das soll an dieser Stelle jedoch nicht geschehen.)

 

Die bedeutendsten Propheten des Islam sind Adam, Abraham, Moses, Jesus und Mohammed.

Des weiteren sind da Noah, Uzair, Joseph,

 

Weiteres Wissen

In Folge habe ich mir den Koran durchgelesen, ob es dort zu einigen Propheten weitere Informationen oder Hintergrundwissen gibt, wobei ich mich an den in der Bibel genannten Informationen orientiert habe. – Ich wiederhole also nicht das dort überlieferte Wissen, sondern beschränke mich weitgehend auf das, der christlichen Leserschaft, meist unbekannte Wissen.

 

Über Mose wird im Koran sehr ausführlich berichtet.

Ich zitiere und kommentiere in Folge nur einen kleinen Teil davon.

Wobei ich die Themen weitgehend chronologisch angehe.

 

 

Kindheit

Die Geschichte, dass das Mosesbaby in ein schwimmfähiges Behältnis gelegt wurde, um ihm so ein Überleben zu sichern, ist in etwa ähnlich der biblischen Berichterstattung, außer dass hier und da noch einige Details mehr erwähnt werden.

 

Ums Mosesbaby gekümmert

Sure 20

37 Wir haben uns doch auch (schon) ein anderes Mal um dich verdient gemacht. 38 (Damals) als wir deiner Mutter jene Weisung eingaben: 39 'Leg ihn (d.h. den kleinen Mosesknaben) in den Kasten, und dann leg diesen (w. ihn) in das große Wasser! Dann soll ihn das große Wasser an Land schwemmen, worauf ihn einer, der mir und ihm feind ist, (an sich) nehmen wird.' Und ich habe dich meine Liebe spüren lassen (w. ich habe Liebe von mir auf dich geworfen), 40a  und du solltest unter meiner Aufsicht (?) (oder: von mir hochgeschätzt?) aufgezogen (w. hergerichtet) werden. B (Damals) als deine Schwester hinging und sagte: 'Soll ich euch zu jemand weisen, der ihn betreuen wird?' Da brachten wir dich zu deiner Mutter zurück, damit sie frohen Mutes (w. kühlen Auges) und nicht traurig sei.

 

Mosesknabe

Sure 28

7 Und wir gaben der Mutter Moses (die Weisung) ein: 'Stille ihn (d.h. den kleinen Mosesknaben)! Und wenn du für ihn fürchtest (daß er umgebracht werden könnte), dann setz ihn im großen Wasser aus (w. leg ihn in das große Wasser) und hab keine Angst (für sein Leben) und sei nicht traurig (darüber, daß du ihn nicht mehr bei dir hast)! Wir werden ihn dir zurückgeben und (später) zu einem Gesandten machen.'

 

Sure 28

10 Die Mutter Moses aber war (nachdem sie den Knaben ausgesetzt hatte) ganz außer sich (w. Und das Herz der Mutter Moses war leer). Sie hätte beinahe ihr Geheimnis preisgegeben (w. Meldung über ihn erstattet). (Sie hätte es tatsächlich getan) wenn wir ihr nicht das Herz stark gemacht hätten, damit sie (weiter) zu den Gläubigen gehöre.

 

Totschläger

Sure 28

18 Am (nächsten) Morgen trieb er sich voller Angst in der Stadt herum (w. war er ... in der Stadt), indem er sich (immer wieder) umsah (ob man nicht hinter ihm her sei). Auf einmal rief ihn derjenige, der ihn am Tag zuvor um Beistand gebeten hatte, (wieder um Hilfe?) an. Mose sagte zu ihm: 'Du bist offensichtlich auf dem falschen Weg.' (Trotzdem war er wieder zur Hilfeleistung bereit). 19 Als er nun den packen wollte, der ihnen beiden feind war, sagte dieser (w. er): 'Mose! Willst du mich umbringen, so wie du gestern jemand umgebracht hast? Du hast (anscheinend) nichts anderes im Sinn, als Gewalttaten im Land zu verüben (w. Du willst nichts, als im Land gewalttätig sein), und willst keiner von denen sein, die für Frieden und Ordnung sorgen.' 20 Und von einem weit entfernt gelegenen Bezirk der Stadt kam ein Mann dahergelaufen und sagte: 'Mose! Die Vornehmen beraten über dich in der Absicht, dich zu töten. Deshalb zieh (aus der Stadt) weg! Ich rate dir gut.' 21 Da zog er voller Angst aus ihr weg, indem er sich (immer wieder) umsah (ob man nicht hinter ihm hersei). Er sagte: 'Herr! Errette mich von dem Volk der Frevler!'

Seine Flucht führte ihn dann nach Median, wo er nach der biblischen Chronologie 40 Jahre leben sollte.

 

 

In der Fremde

Nach Midian

Sure 28

25 Da kam die eine von den beiden verschämt zu ihm her und sagte: 'Mein Vater bittet dich zu sich, um dir den Lohn dafür heimzuzahlen, daß du uns (die Tiere) getränkt hast.' Nachdem er dann zu ihm gekommen war und ihm die Geschichte (von seiner Flucht aus Ägypten) erzählt hatte, sagte er: 'Hab keine Angst! Du bist (jetzt) dem Volk der Frevler (glücklich) entkommen.' 26 Die eine von den beiden (Frauen) sagte: 'Vater! Dinge ihn (als Knecht)! Du kannst keinen Besseren dingen als einen, der (so) stark und zuverlässig ist (wie er).'

 

8 / 10 Jahre Dienst

Sure 28

27 Er sagte (zu Mose): 'Ich möchte dir eine dieser meiner beiden Töchter zur Frau geben unter der Bedingung, daß du mir (dafür) acht Jahre dienst. Wenn du (mir) aber (weitere zwei Jahre dienst und damit) zehn (Jahre) vollmachst, ist das deine Sache. Ich will dir (meinerseits) nicht (mit weiteren Forderungen) lästig fallen. Du wirst, so Gott will, finden, daß ich (einer) von den Rechtschaffenen bin.'

In der Bibel werden diese Details nicht erwähnt, da ist auch nicht von zwei Töchtern die Rede.

 

2 Mose 2 (Einheits)

21 Mose entschloß sich, bei dem Mann zu bleiben, und dieser gab seine Tochter Zippora Mose zur Frau.

22 Als sie einen Sohn gebar, nannte er ihn Gerschom (Ödgast) und sagte: Gast bin ich in fremdem Land.

 

Es gibt aber einen Bibelbericht, wonach Jakob 7 Jahre als Knecht arbeiten musste, um die Ersehnte als Frau zu bekommen. Er bekam jedoch nur die Ältere; für die Jüngere, die er sich so so sehr wünschte, musste er sich noch einmal 7 Jahre verdingen.

 

2 Mose 29 (Einheits)

18 Jakob hatte Rahel lieb, und so sagte er: Ich will dir um die jüngere Tochter Rahel sieben Jahre dienen.

19 Laban entgegnete: Es ist besser, ich gebe sie dir als einem anderen. Bleib bei mir!

Laban vergab Jakob jedoch Lea, seine ältere Tochter, anstatt Rahel, die er sich gewünscht hatte.

26 Laban erwiderte: Es ist hierzulande nicht üblich, die Jüngere vor der Älteren zur Ehe zu geben.

27 Verbring mit dieser noch die Brautwoche, dann soll dir auch die andere gehören um weitere sieben Jahre Dienst.

 

Für mich geschult

Sure 20

Und du brachtest einen Menschen um. Darauf erretteten wir dich aus der Bedrängnis (w. vom Kummer), und wir setzten dich einer schweren Prüfung aus. Dann verweiltest du (viele) Jahre unter den Leuten von Madjan. Hierauf kamst du, Mose, zu einer festgesetzten Zeit. 41 Ich habe dich nun für mich selber ausgebildet (oder: aufgezogen (?), w. hergerichtet) (um dich mit einem besonderen Auftrag zu betreuen).

 

 

Das Wunder

Der Tag, an dem Moses von den Himmlischen gerufen wurde, ist als ein besonderes Ereignis mehrmals im Koran erwähnt. D.h. Gott, bzw. der Engel, der im Auftrage Gottes handelte, hatte auf sich aufmerksam gemacht. An den Beginn des Kontaktes wurde ein übernatürliches Geschehen gesetzt. Von einem Busch, der brannte, aber nicht verbrannte, wie es in der Bibel geschrieben steht, ist im Koran nicht die Rede. Dennoch wird es sich nicht nur um ein gewöhnliches Feuer gehandelt haben, denn ein solches hätte niemals so ein großes Interesse hervorgerufen.

 

Feuerwunder

Sure 20

9 Ist dir nicht die Geschichte von Mose zu Ohren gekommen? 10 (Damals) als er ein Feuer sah und zu seinen Angehörigen sagte: 'Bleibt (hier stehen)! Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht kann ich euch davon ein Stück Glut bringen oder finde ich am Feuer (oder: auf Grund des Feuers) den rechten Weg (w. Rechtleitung).' 11 Als er dann hinkam, wurde ihm zugerufen: 'Mose! 12 Ich bin dein Herr. Zieh deine Sandalen aus! Du befindest dich im heiligen Tal Tuwa. 13 Und ich habe dich auserwählt. Höre nun auf das, was (dir hiermit als Offenbarungsauftrag) eingegeben wird! 14 Ich bin Gott. Es gibt keinen Gott außer mir. Darum diene mir und verrichte, meiner (in Ehrfurcht) gedenkend, das Gebet!

 

Kontakt beim Feuer

Sure 27

7 (Damals) als Mose zu seinen Angehörigen sagte: 'Ich habe ein Feuer wahrgenommen! Ich werde euch (nähere) Nachrichten darüber bringen, oder ein (hell) brennendes Stück Glut (davon). Vielleicht könnt ihr euch (daran) wärmen.' 8 Als er dann hinkam (w. zu ihm (d.h. dem Feuer) kam), wurde ihm zugerufen: 'Gesegnet ist, wer sich im Feuer und in seiner Umgebung befindet. Und gepriesen sei Gott, der Herr der Menschen in aller Welt! 9 Mose! Ich bin Gott, der Mächtige und Weise.'

 

Das Feuer

Sure 28

29 Und als Mose die Frist zu Ende geführt hatte und mit seinen Angehörigen dahinzog, nahm er auf der Seite des Berges ein Feuer wahr. Er sagte zu seinen Angehörigen: 'Bleibt (hier stehen)! Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht kann ich euch (nähere) Nachricht darüber bringen, oder ein brennendes Scheit (davon). Vielleicht könnt ihr euch (daran) wärmen.' 30 Als er dann hinkam (w. zu ihm (d.h. dem Feuer) kam), wurde ihm auf der rechten Talseite auf dem (von Gott) gesegneten Stück Land vom Baum her zugerufen: 'Mose! Ich bin Gott, der Herr der Menschen in aller Welt.'

 

 

Der Gesandte Gottes

An sehr vielen Stellen ist zu lesen, dass Mose ein Gesandter Gottes ist. Oft ist auch die Rede davon, dass er ein Gesandter des Herrn der Menschen war. D.h., wir haben in dieser Formulierung auch den Hinweis, dass es einen (Gott) gibt, der als der Herr der (aller) Menschen gilt. Übrigens eine Formulierung, die in den christlichen Schriften auf Jesus angewandt wird.

 

Gesandter Gottes

Sure 7

158 Sag: Ihr Menschen! Ich bin der Gesandte Gottes an euch alle, (desselben Gottes) der die Herrschaft über Himmel und Erde hat. Es gibt keinen Gott außer ihm.

 

Sure 26

21 Nachdem ich vor euch Angst bekommen hatte, floh ich dann vor euch. Und mein Herr schenkte mir (daraufhin) Urteilsfähigkeit und machte mich zu einem der Gesandten.

 

Gesandter des Herrn aller Menschen

Sure 7

104 Mose sagte: 'Pharao! Ich bin ein Gesandter (der) vom Herrn der Menschen in aller Welt (kommt). 105 Ich bin verpflichtet (?), gegen Gott nichts auszusagen, außer der Wahrheit. Ich bin mit einem klaren Beweis von eurem Herrn zu euch gekommen. Darum schick die Kinder Israels mit mir weg!'

 

Sure 43

46 Wir haben doch (seinerzeit) den Mose mit unseren Zeichen zu Pharao und seinen Vornehmen gesandt. Er sagte: 'Ich bin der Gesandte des Herrn der Menschen in aller Welt'. 47 Als er dann mit unseren Zeichen zu ihnen kam, hatten sie nichts Eiligeres zu tun, als darüber zu lachen.

 

Gesandter u. Prophet

Sure 19

51 Und gedenke in der Schrift des Mose! Er war Gesandter und Prophet. 52 Wir riefen ihn von der rechten Seite des Berges an und ließen ihn (uns) zu vertraulichem Gespräch nahekommen. 53 Und wir schenkten ihm in unserer Barmherzigkeit seinen Bruder Aaron, einen Propheten (oder: als Propheten).

 

Zum Gesandten berufen

Sure 28

43 Und wir haben doch, nachdem wir die früheren Generationen hatten zugrunde gehen lassen, dem Mose die Schrift gegeben, als sichtbare Beweise für die Menschen, und als eine Rechtleitung und Barmherzigkeit, damit sie sich vielleicht mahnen lassen würden.

 

Verpflichtung

Sure 33

7 Und (damals) als wir von den Propheten ihre Verpflichtung entgegennahmen, und von dir, und von Noah, Abraham, Mose und Jesus, dem Sohn der Maria! Wir nahmen von ihnen eine feste Verpflichtung entgegen.

 

 

Pharao

Die erste große Aufgabe, die Moses zufällt, ist, sein Volk, die Juden, aus der Knechtschaft der Ägypter zu befreien. Der Bericht ähnelt dem der Bibel. Die Wunder werden jedoch weniger ausführlich erwähnt.

Etwas deutlicher wird berichtet, dass Moses sich nicht traute, vor den Pharao zu treten, weil er sich nicht ausreichend sprachgewandt wähnte. In diese Bresche sollte dann sein Bruder Aaron treten, dem es offenbar lag, vor hohen Personen Rede und Antwort zu stehen.

 

Sanft zu Pharao reden

Sure 20

42 Geh du und dein Bruder mit meinen Zeichen und werdet nicht müde (in eurem Eifer), meiner zu gedenken! 43 Geht (beide) zu Pharao! Er ist aufsässig. 44 Darum sprecht sanft zu ihm, damit er sich vielleicht mahnen läßt oder sich (vor Gott) fürchtet! 45 Sie sagten: 'Herr! Wir fürchten, daß er sich an uns vergreift oder daß er aufsässig wird.' 46 Er sagte: 'Habt keine Angst! Ich bin mit euch und höre und sehe (alles mit an). 47 Geht nun zu ihm und sagt: Wir sind Gesandte deines Herrn. Schick die Kinder Israels mit uns weg und bestrafe sie nicht! Wir sind mit einem Zeichen von deinem Herrn zu dir gekommen. Heil sei über einem (jeden), der der rechten Leitung folgt! 48 Uns ist (als Offenbarung) eingegeben worden, daß die Strafe denjenigen trifft, der (die Wahrheit der göttlichen Botschaft) für Lüge erklärt und sich (davon) abwendet.'

 

Aaron soll der Sprecher sein

Sure 26

12 Mose (w. Er) sagte: 'Herr! Ich fürchte, daß sie mich der Lüge zeihen werden. 13 Auch fühle ich mich bedrückt, und meine Zunge ist nicht gelöst. Schicke daher zu Aaron (damit dieser den Auftrag übernimmt?)!

 

Sure 28

34 Mein Bruder Aaron ist nun gewandter im Ausdruck als ich. Schick ihn zur Unterstützung mit mir, damit er mich (in meinem Auftrag) bestätigt! Ich fürchte (nämlich), daß sie mich der Lüge zeihen werden.' 35 Gott (w. Er) sagte: '(Gut.) Wir werden dir durch deinen Bruder Kraft verleihen. Und wir geben euch beiden Vollmacht, so daß sie euch nicht beikommen werden (wenn ihr) mit unseren Zeichen (zu ihnen kommt). Ihr, und die euch folgen, werden Sieger sein.'

 

 

Moses und die Schrift

Mose bekam die Schrift

Sure 2

53 Und (damals) als wir dem Mose die Schrift und die Rettung (?) gaben, damit ihr euch vielleicht rechtleiten lassen würdet!

 

Sure 2

87 Wir haben doch (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und nach ihm die (weiteren) Gesandten folgen lassen. Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt. Aber waret ihr (Juden) denn nicht jedesmal, wenn ein Gesandter euch etwas überbrachte, was nicht nach eurem Sinn war, hochmütig und erklärtet ihn für lügnerisch oder brachtet ihn um?

 

Sure 6

154 Hierauf gaben wir dem Mose die Schrift, um (unsere Gnade) an dem zu vollenden, der (seine Sache) gut gemacht hatte (?), und um alles (im einzelnen) auseinanderzusetzen, und als Rechtleitung und Barmherzigkeit. Vielleicht würden sie (d.h. die Menschen, oder die Kinder Israels?) daran glauben, daß die (dereinst) ihrem Herrn begegnen werden.

 

Sure 7

145 Und wir schrieben ihm auf den (Gesetzes)tafeln allerlei auf, (daß es) zur Ermahnung (diene) und alles (im einzelnen) auseinandergesetzt (sei). 'Halte sie (d.h. die Tafeln) nun fest (in deinem Besitz) und befiehl deinem Volk, sie sollen sich an das Beste davon halten!'

 

Sure 17

2 Und wir haben (seinerzeit) dem Mose die Schrift gegeben und sie zu einer Rechtleitung für die Kinder Israels gemacht (indem wir ihnen geboten): 'Nehmt außer mir keinen Sachwalter,

 

Sure 37

117 Und wir gaben ihnen beiden (d.h. Mose und Aaron) die deutliche Schrift

118 und führten sie den geraden Weg.

119 Und wir hinterließen ihnen (als Vermächtnis) unter den späteren (Generationen den Segenswunsch):

120 'Heil sei über Mose und Aaron!'

 

Sehr oft finden wir den Hinweis, dass sie Moses die Schrift gaben. Moses wird durch seine Erziehung am Königshaus der Ägypter des Lesens und Schreibens mächtig gewesen sein, etwas, was damals nur einigen wenigen vergönnt war. Insofern waren geschriebene Dokumente in den Händen des Moses gut aufgehoben.

 

In der Bibel steht, dass Moses die Gesetzestafeln vor Wut (Aaron ließ in seiner Abwesenheit ein goldenes Kalb errichten) "kaputt schmiss". Solch einen Hinweis finden wir im Koran nicht. Ich gehe davon aus, dass Moses (trotz seines Zornes) genügend Selbstbeherrschung aufgebracht hat, solch ein wertvolles Artefakt aus den Händen Gottes (der Engel) nicht einfach zu zerstören. Ich neige also dazu anzunehmen, dass die im Koran gegebenen Hinweise in dieser Angelegenheit authentischer sind.

Die Tafeln enthielten offenbar nützliche Hinweise für das Volk.

"..befiehl deinem Volk, sie sollen sich an das Beste davon halten!", d.h., es waren in erster Linie wohl Ratschläge. Ob es sich dabei um Gesetze gehandelt hat, die es zu befolgen galt, ist nicht ganz sicher.

Ich gehe davon aus, dass es sinnvolle Richtlinien waren, deren Befolgung eine Menge Vorteile mit sich brachte, weniger aber Gesetze, deren Befolgung ein "Muss" war.

 

 

Kontakte mit Gott

Sein Volk will Gott sehen

Sure 2

55 Und (damals), als ihr sagtet: 'Mose! Wir werden dir nicht glauben, bis wir Gott klar und deutlich sehen'! Da überkam euch der Donnerschlag, während ihr zuschautet. 56 Hierauf, nachdem ihr (vor Schrecken) tot waret, erweckten wir euch (wieder zum Leben). Vielleicht würdet ihr dankbar sein.

 

Direkter Kontakt mit Gott

Sure 4

164 Und über einige Gesandte haben wir dir (schon) früher berichtet, über andere (bisher überhaupt noch) nicht - und mit Mose hat Gott wirklich gesprochen -,

Eine Surenstelle, die unmissverständlich aussagt, dass Moses direkt mit Gott sprach. So steht es auch in der Bibel.

 

2Mose 33 (Einheits)

9 Sobald Mose das Zelt betrat, ließ sich die Wolkensäule herab und blieb am Zelteingang stehen. Dann redete der Herr mit Mose.

10 Wenn das ganze Volk die Wolkensäule am Zelteingang stehen sah, erhoben sich alle und warfen sich vor ihren Zelten zu Boden.

11 Der Herr und Mose redeten miteinander Auge in Auge, wie Menschen miteinander reden. Wenn Mose aber dann ins Lager zurückging, wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, nicht vom Zelt.

 

Moses will Gott sehen

Die oben gegeben Hinweise sind zu den nachfolgenden widersprüchlich. Einmal wird ausdrücklich gesagt, Mose habe direkt mit dem Herrn (Gott) gesprochen, und ein anderes Mal wird dies (übrigens auch in der Bibel) als Unmöglichkeit hingestellt.

Hierzu ließen sich mehrere Spekulationen anstellen.

 

·        Meist wird gemeint, Gott, mit dem er sprach, wäre nur ein Engel im Auftrage des Herrn gewesen.

·        Denkbar ist jedoch auch, dass das, was Moses nicht sehen konnte (in der Bibel wird gesagt, dass er in einer Höhle Schutz suchen sollte) vielleicht ein gigantisches Raumschiff war, dessen Strahlkraft fürs menschliche Auge unerträglich war.

·        Genauso gut könnte auch an eine andere Wirklichkeit (eine höhere Daseinsebene) gedacht sein, die Moses im Erdenkleid nicht wahrnehmen konnte.

·        Weitere Erklärungsansätze nicht ausgeschlossen.

 

Sure 7

143 Und als Mose zu unserem Termin kam und sein Herr mit ihm sprach (oder: als Mose zu unserem Termin gekommen war und sein Herr mit ihm gesprochen hatte), sagte er: 'Herr! Laß mich (dich) sehen, damit ich dich anschaue!' Gott (w. Er) sagte: 'Du wirst mich nicht sehen. Aber schau den Berg an! Falls er (bei meinem Erscheinen) fest auf seiner Stelle bleibt, wirst du mich sehen.' Als nun sein Herr dem Berg erschien, ließ er ihn (durch seine bloße Gegenwart) zu Staub zerfallen. Und Mose fiel (wie) vom Blitzschlag getroffen (bewußtlos) zu Boden.

 

40 Tage bei Gott

Sure 7

142 Und wir verabredeten uns mit Mose (am Sinai) auf dreißig Tage und machten sie mit (weiteren) zehn voll. Damit betrug der Termin, auf den sein Herr sich (mit ihm) verabredete, volle vierzig Tage.

 

Auserwählt

144 Gott (w. Er) sagte: 'Mose! Ich habe dich durch die Botschaften, die ich dir aufgetragen habe, und dadurch, daß ich (mit dir) gesprochen habe, vor den (anderen) Menschen auserwählt.

 

Zornig

Sure 7

154 Und als sich Moses Zorn gelegt hatte, nahm er die Tafeln (wieder auf). In ihrem Text ist (oder: war) Rechtleitung und Barmherzigkeit enthalten für diejenigen, die vor ihrem Herrn Angst haben.

Der Koran erwähnt nicht, dass Mose die Gottestafel "zerdeppert" hätte, wie es in der Bibel zu lesen steht. Deswegen ist hier auch nicht von einem zweiten 40tägigen Zusammentreffen die Rede.

 

Zweiter Termin

155 Und Mose wählte zu unserem Termin aus seinem Volk siebzig Männer aus. Und als das Beben über sie kam, sagte er: 'Herr! Wenn du gewollt hättest, hättest du sie (schon) früher zugrunde gehen lassen, und mich (dazu). Willst du uns denn zugrunde gehen lassen (zur Strafe) für das, was die Toren unter uns getan haben?

 

Auftrag zum Licht

Sure 14

5 Und wir haben doch (seinerzeit) den Mose mit unseren Zeichen gesandt (mit dem Auftrag): Bring dein Volk aus der Finsternis heraus ins Licht, und mahne sie (d.h. deine Volksgenossen)

 

 

Schriften des Mose

Sure 87

18 Das (was hier verkündet wird) steht (schon) auf den früheren (w. ersten) Blättern (der Offenbarungsschrift), 19 den Blättern von Abraham und Mose.

 

Sure 20

133 Und sie (d.h. die Ungläubigen) sagen: 'Warum bringt er uns nicht (zur Bestätigung seiner Sendung) ein Zeichen von seinem Herrn?' Ist denn nicht auf den früheren (w. ersten) Blättern (der Offenbarungsschrift) ein klarer Beweis zu ihnen gekommen?

 

Sure 71

36 Oder hat er keine Kunde bekommen vom Inhalt der (Offenbarungs)texte (w. Blätter) Moses

37 und Abrahams, (jenes Gottesmannes) der (die ihm auferlegte Verpflichtung) erfüllte?

 

Abraham werden Schriften (Aufzeichnungen) nachgesagt. Diese sind in der Bibel nicht erwähnt. Die ursprünglichen Schriften der Juden gingen verloren. Dies ist dokumentiert durch den Koran und durch Schriften der frühen Christengemeinde. Sogar die Bibel selbst enthält einige Hinweise darauf. Hier stellt sich die Frage, weswegen Esra, (Uzair) als er die Judenschriften rekonstruierte, und (wie es im Koran heisst) Allah ihm das Wissen wieder ins Herz gab, die Schriften Abrahams nicht mit berücksichtigte???

Enthielt die Abrahamschrift vielleicht Wissen, welches uns nicht mehr zugänglich sein sollte? Ich möchte bemerken, dass in vielen alten Schriften (z.B. sumerische Schriften) Informationen enthalten sind, welche einiges, noch heute geglaubtes, Wissen in Frage stellen. Abraham dürfte in seiner Schrift noch so manches vom ursprünglichen Wissen verwandt haben.

Die Mormonenkirche kennt eine Schrift Abrahams. Diese soll J. Smith zugespielt worden sein. In wieweit es sich hier tatsächlich um ein authentisches Dokument handelt, vermag ich nicht zu sagen. Ich halte sie aber für eine lesenswerte Schrift, die so manche ergänzenden Informationen enthält.

 


Autor: B. Freytag

www.gottwissen.de/koran/moses.htm