Jan 08
Was sollen wir hier, warum sind wir hier?
Die wichtigsten Glaubensfragen sind jene, die sich direkt mit dem Sinn unserer Existenz befassen, wie z.B. nachfolgend formulierte Fragen.
· Woher kommen wir?
· Wohin gehen wir?
· Was ist das Leben?
· Was sollen wir hier, warum sind wir hier?
· Was ist der Tod?
Hat der Koran Antworten auf diese elementaren Glaubensfragen?
Danach lässt sich immerhin beurteilen, ob es sich um ein wirkliches Buch des Glaubens handelt.
Vorweg noch ein Hinweis an christliche Leser. Der Koran ist ganz im Gegensatz zur Bibel eher ein Buch, in dem es vorwiegend um Glaubensfragen und Verhaltensregeln geht, wohingegen die Bibel (das AT) eher die Geschichte des Volkes Israel behandelt. In der Bibel werden Glaubensfragen, wenn überhaupt, nur am Rande behandelt. So darf es auch nicht verwundern, dass man im Koran weit mehr Hinweise auf grundlegende Fragen des Lebens (Glaubens) findet. Dafür ist dort der chronologisch - geschichtliche Bereich weniger ausführlich.
Die Koranzitate sind der Digitalen Bibliothek Band 46: [Der Koran, Verlag W. Kohlhammer] entnommen.
Der Übersetzer hat des besseren Verständnisses halber diverse Zusätze (jeweils in Klammern gesetzt) der Übersetzung zugefügt. Der Text liest sich so besser und scheint auch verständlicher. Doch können durch solche Zusätze auch irreführende oder falsche Vorstellung sublimiert werden. Ich weise den Leser darauf hin, die Zusätze in den Klammern nicht als vom Propheten stammend zu betrachten.
Ich betrachte mich nicht als Kenner des Korans. Doch auf der Suche nach Wahrheiten und nach Antworten auf Fragen, die das Leben stellt, habe ich mich nach vielen, mir zugänglichen heiligen Schriften umgesehen. Diese habe ich dann mit meinen Möglichkeiten gesichtet, immer auf der Suche nach Hinweisen, die nicht zum allgemeinen Gedankengut gehören.
Ich habe auch versucht, wenn es mir angebracht schien, zwischen den Zeilen zu lesen, um über gewisse Aussagen ein weiterführendes Wissen zu erlangen; mit mehr oder weniger Erfolg.
So habe ich auch den Koran mal zu diesem und mal zu jenem Thema durchforscht; aus Zeitgründen vorwiegend mittels geeigneter Suchbegriffe. Im Ergebnis sind meine gefundenen Antworten (die ich beim flüchtigen stöbern fand) natürlich nicht als erschöpfend zu betrachten. Und dennoch fand ich manche Aussage, die mir eine neue Sichtweise der Dinge bescherte. Oftmals handelte es sich um zusätzliches Hintergrundwissen. Hin und wieder wurden mir bislang völlig unbekannte Sachverhalte gezeigt; vieles wurde mir bestätigt, was ich anderswo auch schon gelesen oder gehört hatte.
Wenn man sich in der Geschichte zurück bewegt, ist es nichts Ungewöhnliches, dass Boten Gottes (Engel / Ausserirdische) sich, wenn sie es für angezeigt hielten, mittels Propheten an die Menschen wandten. Meist ist solch eine Kontaktaufnahme ein Versuch, den Lauf der Geschichte etwas zu korrigieren. D.h., es handelt sich um Botschaften an die jeweilige Zeit. Als solche sollte man sie auch betrachten, denn die Überbringer müssen sich am geistigen Horizont der jeweiligen Bevölkerung orientieren. So würde ein an sich ähnlicher Botschaftsinhalt im 21. Jahrhundert anders "rübergebracht" werden, als beispielsweise im 6. Jahrhundert.
Mohammed ist also ein Prophet Gottes (in heutiger Sprache ein Kontaktler) gewesen. Er war zu diesem Werk auserwählt worden, er hatte die dafür erforderliche Qualifikation. Und so wurde er über einen längeren Zeitraum kontaktiert und erhielt Wissen von "oben". Dieses Kontaktgeschehen schloss noch mehr mit ein als eine verbale Kommunikation.
Wie überliefert ist, wurde Mohammed dereinst auch in den Himmel geführt, was bestimmt als eine besondere Auszeichnung zu werten ist, die bisher nur wenigen Propheten zuteil wurde.
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Die Koranzitate entstammen alle der Digitalen Bibliothek Band 46: Der Koran, (c) Verlag W. Kohlhammer]
Unter: http://www.intratext.com/IXT/DEU0018/_INDEX.HTM ist der Koran für jedermann einsehbar.
24 Gott (w. Er) sagte: 'Geht hinab (auf
die Erde)! Ihr (d.h. ihr Menschen und der Satan) seid (künftig) einander feind.
Und ihr sollt auf der Erde (euren) Aufenthalt haben, und Nutznießung auf eine
(beschränkte) Zeit.' 25 Er sagte: 'Auf ihr werdet ihr leben und auf ihr
sterben, und aus ihr werdet ihr (dereinst bei der Auferstehung wieder)
hervorgebracht werden.'
Einst wurde im Himmel entschieden, uns Menschen für eine gewisse Zeitspanne auf der Erde leben zu lassen. Während dieser Zeit sind wir zyklisch Geburt und Tod unterworfen.
3 Er hat Himmel und Erde wirklich
(und wahrhaftig) geschaffen. Und er ist erhaben über das, was sie (ihm an
anderen Göttern) beigesellen. 4 Er hat den Menschen aus einem Tropfen (Sperma)
geschaffen. Und gleich ist er (kaum daß er überhaupt existiert) ausgesprochen
streitsüchtig (und rechthaberisch).
Hinweise darauf, dass Allah Himmel und Erde geschaffen hat, sind sehr zahlreich. Und es fällt immer wieder der Hinweis auf mehrere (sieben) Himmel. Darunter lässt sich verstehen, dass es außer der Erdsphäre noch weitere Wirklichkeiten gibt, in denen es auch bewusstes Leben gibt.
4 Gott ist es, der Himmel und Erde,
und (alles) was dazwischen ist, in sechs Tagen geschaffen und sich daraufhin
auf dem Thron zurechtgesetzt hat (um die Welt zu regieren). Außer ihm habt ihr
weder Freund noch Fürsprecher. Wollt ihr euch denn nicht mahnen lassen? … 7
(Er) der alles, was er geschaffen, gut gemacht hat, und (der) den Menschen
zuerst aus Lehm geschaffen - 8 und hierauf seine Nachkommenschaft aus einer
Portion(?) verächtlichen Wassers (oder: aus einem Extrakt(?) aus verächtlichem
Wasser) gemacht - 9 und ihn hierauf (zu menschlicher Gestalt) geformt und ihm Geist von sich
eingeblasen hat, und (der) euch Gehör, Gesicht und Verstand (w. Herz)
gegeben hat. Wie wenig dankbar seid ihr!
In uns haben wir alle etwas vom Geist Gottes. So können wir mit Recht sagen, in jedem von uns steckt etwas Göttliches. So sind wir alle auch ein Teil Gottes. Folglich ist es naheliegend, dass Gott an unserem Werdegang interessiert ist. Wir sind seine Geschöpfe, die seinen Geist in sich tragen.
64 Gott ist es, der euch die Erde
zu einem (festen) Grund und den Himmel zu einem Bau gemacht, und der euch
geformt und euch (dabei) schöne Gestalten gegeben, und der euch (allerlei) gute
Dinge beschert hat. So ist Gott, euer Herr. Gott, der Herr der Menschen in
aller Welt, ist voller Segen.
Wir Menschen sind schön gestaltet. Etwas, was im Koran mehrmals angedeutet wird. Liest man zwischen den Zeilen, finden wir darin den Hinweis, dass es auch weniger gut gestaltete Wesen gibt; sei es nun auf der Erde oder auf anderen Welten.
15 Habt ihr (denn) nicht gesehen,
wie Gott sieben Himmel geschaffen hat, (die) in Schichten (übereinanderliegen),
16 und (wie er) den Mond als ein Licht (der Nacht) und die Sonne als eine
Leuchte (des Tages) daran angebracht hat? * 17 Gott hat (ja) auch euch
(Menschen wie Pflanzen) aus der Erde entstehen (w. wachsen) lassen. 18 Hierauf
wird er euch (beim Tod) in sie zurück- und (dereinst bei der Auferstehung
wieder aus ihr recht eigentlich) hervorbringen.
Wir sind aus der Ede entstanden. D.h., Gott hat irdische Gegebenheiten genutzt (Tier-/Pflanzenwelt) um den Menschen als einen Bestandteil dieser Schöpfung zu kreieren.
12 Und er bestimmte, daß es sieben
Himmel sein sollten, (und erschuf diese Himmel) in zwei (weiteren) Tagen. Und
in jedem Himmel gab er die Weisung über das, was darin geschehen sollte. Und
den unteren (w. den (der Erde) nächsten) Himmel versahen wir mit dem Schmuck
von Lampen und (bestimmten diese auch) zum Schutz
Sieben Himmel, sieben Welten oder sieben Sphären sind von Gott einst geschaffen worden, damit sich in diesen Leben entfalten kann. Der Koran weist weit ausführlicher als z. B. die Bibel auf diese anderen Welten hin, in denen Gott herrscht. D.h., wir dürfen nicht nur unsere irdische Welt als die einzig wahre und mögliche in Betracht ziehen.
34 Und keinem Menschen vor dir
haben wir Unsterblichkeit (w. Ewigkeit) verliehen. Wenn du nun stirbst, sollten
sie dann ewig leben? 35 Ein jeder wird (einmal) den Tod erleiden. Und wir
setzen euch mit Schlechtem und Gutem (gewissen) Prüfungen aus, um euch (damit)
auf die Probe zu stellen. Und zu uns werdet ihr (dereinst) zurückgebracht.
Das irdische Leben ist ein Leben in Sterblichkeit. Der Tod ereilt jeden. Aber wenn die Zeit unserer Prüfungen beendet ist, werden wir wieder zurückgebracht in den Zustand, den wir einst (bevor wir die Erdenleben antraten) hatten.
14 Hierauf schufen wir den Tropfen
zu einem Embryo, diesen zu einem Fötus und diesen zu Knochen. Und wir
bekleideten die Knochen mit Fleisch. Hierauf ließen wir ihn als neues (w.
anderes) Geschöpf entstehen. So ist Gott voller Segen. Er ist der beste
Schöpfer (den man sich denken kann). 15 Hierauf, nachdem dies (alles) vor sich
gegangen ist (und ihr ins Leben gerufen worden seid), habt ihr zu sterben. 16
Hierauf, am Tag der Auferstehung, werdet ihr (vom Tod) erweckt werden.
Durch den Zeugungsvorgang wird man zu einem neuen Geschöpf, hat eine gewisse Zeit zu leben, dann zu sterben, um erneut vom Tod zum Leben erweckt zu werden.
11 Und Gott hat euch (in eurer
Eigenschaft als Menschen ursprünglich) aus Erde, hierauf aus einem Tropfen
(Sperma) geschaffen und euch hierauf zu Paaren gemacht. Und kein weibliches
Wesen ist schwanger oder bringt (ein Kind) zur Welt, ohne daß er es weiß. Und
keiner bleibt lang am Leben, und keinem wird seine Lebenszeit verkürzt, ohne
daß es in einer Schrift (verzeichnet) wäre. Dies (alles zu wissen) ist Gott ein
leichtes.
Die Lebenszeit scheint vorherbestimmt zu sein. Alles läuft mehr oder weniger nach Plan. Und alles ist im Buche, wohl einer göttlichen Datenbank, registriert. D.h., selbst wenn alles augenscheinlich der Vergänglichkeit unterliegt, so wird alles erlebte, werden alle Taten und auch alle Ereignisse doch im großen Gedächtnis Gottes aufbewahrt.
5 Ihr Menschen! Wenn ihr wegen der Auferweckung (der Toten) im Zweifel
seid (so bedenket): Wir haben euch (ursprünglich) aus Erde geschaffen, hierauf
aus einem Tropfen (Sperma), hierauf aus einem Embryo, hierauf aus einem Fötus,
(wohl)gestaltet oder auch (w. und) ungestaltet, um euch Klarheit zu geben
(oder: um euch (unsere Zeichen) klarzumachen). Und wir lassen, was wir wollen,
bis zu einer bestimmten Frist (im Mutterleib) verweilen. Hierauf lassen wir
euch als Kind (aus dem Mutterleib) herauskommen. Hierauf sollt ihr
(heranwachsen und) mannbar werden. Und der eine von euch wird (frühzeitig)
abberufen, ein anderer
erreicht das erbärmlichste (Greisen)alter (w. wird in das erbärmlichste Alter
gebracht), so daß er, nachdem er (vorher) Wissen gehabt hat, nichts (mehr) weiß.
Und du siehst, daß die Erde erstarrt ist (und kein Leben mehr zeigt). Wenn wir
dann Wasser (vom Himmel) auf sie herabkommen lassen, gerät sie (mit ihrer
Vegetation) in Bewegung, treibt (w. nimmt zu) und läßt allerlei herrliche Arten
(von Pflanzen und Früchten) wachsen. 6 Dies (geschieht) deshalb, weil Gott
wahrhaftig (w. die Wahrheit) ist, die Toten (wieder) zum Leben bringt und zu
allem die Macht hat, 7 und weil die Stunde (des Gerichts) - an ihr ist nicht zu
zweifeln - kommen und Gott (alle), die in den Gräbern sind, auferwecken wird.
Ein Surenvers, welcher uns wichtige Lektionen für das (irdisch-sterbliche) Leben erteilt.
In der westlichen Welt, die durch christliches Denken geprägt ist, wird ein langes Leben meist als Belohnung gesehen.
Doch wenn man sich das Leben vieler alter Menschen ansieht, wird es einem schwerfallen, solch ein langes Leben als Belohnung anzusehen. In vielen Fällen käme der Begriff "Bestrafung" der Wirklichkeit näher.
Ein Mensch, der von der Hilfe anderer abhängig ist, der seine Sinne nur noch sehr eingeschränkt nutzen kann, der sogar ans Bett gebunden ist, sich möglicherweise an vieles nicht mehr erinnern kann, von seinen Mitmenschen wie ein kleines Kind behandelt wird und in manchen Fällen von seinen Angehörigen (oder Behörden) entmündigt wird, führt ein entwürdigendes Leben. Wer ein solches Lesben zu verlängern sucht, verlängert damit diesen menschenunwürdigen Zustand. Er hat nicht begriffen, dass das Leben auf der Erde immer nur ein Leben auf Zeit ist.
Ein Mensch, der um die Zusammenhänge des Lebens Bescheid weiß, klammert nicht am Leben; er weiß wann die Zeit für ihn gekommen ist und wird sich dann auf seine jenseitige Zeit freuen. Er weiß, dass seine Seele unsterblich ist und er weiß auch, dass, wenn Gott es für richtig hält, er ihn nochmals auf die Erde zu schicken vermag, um seine Seele erneut mit einem jugendlichen Erdenkleid zu bekleiden. Dann kann er nachholen, was er in seinen letzten Leben nicht erreichte.
38 Derjenige (von den Leuten
Pharaos), der gläubig war, sagte: 'Folgt mir, dann führe ich euch den richtigen
Weg! 39 Ihr Leute! Das diesseitige Leben hier (w. Dieses diesseitige Leben) ist
nur eine Nutznießung (auf eine beschränkte Zeit). Das Jenseits (dagegen) ist
die Behausung, die Bestand hat. 40 Wenn einer eine schlechte Tat begeht, wird
ihm mit gleichviel vergolten. Diejenigen aber, die tun, was recht ist,
(gleichviel ob) männlich oder weiblich, und dabei gläubig sind, werden
(dereinst) in das Paradies eingehen, wo ihnen (himmlische Speise) beschert
werden.
Neben dem irdischen Leben gibt es ein höherwertiges Leben, welches im Gegensatz zum irdischen Leben, Bestand hat. Auch hier gibt es Körper für die Seelen, himmlische Körper. Das sogenannte Paradies ist in dieser Sphäre angesiedelt. Aber nur jene, die sich in irdischen Leben bewährt haben, sind reif für das "Paradies" im Himmel.
3 Meint (denn) der Mensch, wir
würden (dereinst) seine Knochen nicht zusammensetzen (und ihn wieder zum Leben
erwecken)? 4 Aber ja! Wir sind (sogar) imstande, seinen Finger (wieder zurecht)
zu formen.
Die Knochen lassen sich wieder zusammenfügen. (Wohl weniger die vermoderten als neue gleichwertige.)
Wenn es also sinnvoll oder erforderlich ist, wird uns Gott wieder zu einem weiteren irdischen Leben verhelfen.
32 Das diesseitige Leben ist (doch)
nichts als Spiel und Zerstreuung. Die jenseitige Behausung ist für diejenigen,
die gottesfürchtig sind, wahrhaftig besser. Habt ihr denn keinen Verstand?
Vorab muss man klar stellen, dass der Koran ein zeitliches Leben im Diesseits kennt, aber auch ein Leben im Jenseits und ein erneutes Leben im Diesseits.
Das jenseitige Leben wird denen in Aussicht gestellt, die es verdient haben. Es wird als das wirkliche Leben beschrieben, wohingegen das zeitlich-irdische nichts als Spiel und Zerstreuung darstellt. Dieses zu verinnerlichen dürfte, für einem im Banne des Irdischen Gefangenen, eine wirkliche Herausforderung darstellen.
Spiel und Zerstreuung klingt nicht sehr nach Endgültigkeit. Es klingt mehr nach: aus freien Stücken, jeder so wie es ihm beliebt, das tun, wonach sein Herz einen drängt. Die Wirklichkeit jedoch, das wirkliche Leben, das Bestand hat, ist aber in einer anderen Sphäre angesiedelt.
16 Wir haben Himmel und Erde, und
(alles) was dazwischen ist, nicht zum Zeitvertreib geschaffen. 17 Wenn wir uns
eine Zerstreuung hätten verschaffen wollen, hätten wir das von uns aus gemacht
(ohne die kreatürliche Welt dazu zu benötigen) - wenn wir (überhaupt) vorgehabt
hätten, etwas (Derartiges) zu tun.
Das Leben ist einerseits nach den Worten des Koran Spiel und Zerstreuung, andererseits ist es mit Bedacht und Sinnhaftigkeit geschehen. D.h., wir dürfen spielend lernen, das Leben rechtschaffen zu meistern.
97 Und wenn einer tut, was recht ist,
(gleichviel ob) männlich oder weiblich, und dabei gläubig ist, werden wir ihn
(dereinst) bestimmt zu einem guten Leben (wieder)erwecken. Und wir werden ihnen
(d.h. denen, die rechtschaffen und dabei gläubig sind) ihren Lohn bestimmt für
ihre besten Taten erstatten (ohne ihre schlechten Taten anzurechnen).
War man im letzten Leben ein guter Mensch, sind das die besten Voraussetzungen dafür, dass man im nächsten Leben ein gutes Leben führen kann. Obwohl wir also frei sind zu tun, was uns beliebt, ist es sinnvoller, sich in rechtschaffenen Dingen zu üben, denn die Taten gehen mit uns. Die Qualität unserer gelebten Leben bestimmt, wer wir in der Zukunft sein werden, genauer, unter welchen Bedingungen wir dann leben werden.
21 Hierauf läßt er ihn sterben und
bringt ihn ins Grab. 22 Hierauf erweckt er ihn, wann er will (zu neuem Leben).
23 Nein! Der Mensch (w. Er) hat (am Ende seines Lebens) (oder: seit es ihn auf
der Welt gibt) noch nicht ausgeführt, was Gott (w. er) ihm befohlen hat.
Der Mensch hat ihn seinem Leben seine Lektionen noch nicht gelernt. Was liegt näher, als ihn diese in folgenden Leben nachholen (lernen) zu lassen.
Auch in diesen Versen steckt ein Wink, das Leben sinnvoll zu leben, es als etwas kostbares zu schätzen und sich in Rechtschaffenheit zu üben.
49 Und sie sagen: 'Sollen wir etwa,
wenn wir (erst einmal) vermoderte Knochen sind, in einer neuen Schöpfung
auferweckt werden?' * 50 Sag: Ihr mögt Steine sein oder Eisen 51 oder irgendein
(anderer) Stoff (w. eine Schöpfung), etwas, was nach eurer Vorstellung (w. in
eurer Brust) schwer (zu erschaffen) ist. (Auch in diesem Fall werdet ihr
auferweckt werden.) Sie werden dann sagen: 'Wer wird uns (ins Leben)
zurückbringen?' Sag: Der, der euch erstmals geschaffen hat. Dann werden sie den
Kopf vor dir (w. (in Richtung) zu dir) schütteln und sagen: 'Wann wird das
sein?' Sag: Vielleicht steht es nahe bevor. 52 Am Tag, da er euch (zum Gericht)
rufen wird! Da werdet ihr ihm antworten, indem ihr sein Lob anstimmt, und dabei
der Meinung sein, ihr hättet nur kurze Zeit (im Grab) verweilt.
Egal wie, wir kommen wieder zum Leben. Die Zeit zwischen dem einen und dem nächsten Leben mag einem nur sehr kurz erscheinen.
28 Wie könnt ihr an Gott nicht
glauben, wo ihr doch tot waret und er euch lebendig gemacht hat, und er euch
dann (wieder) sterben läßt und darauf (bei der Auferstehung wieder) lebendig
macht, worauf ihr zu ihm zurückgebracht werdet?
Man war tot, kam erneut ins Leben und wird, wenn die Zeit abgelaufen ist sterben, aber im Jenseits erneut lebendig werden.
6 Er ist aus hervorquellendem
Wasser (d.h. aus Sperma) geschaffen, 7 das zwischen Lende und Brustkasten(?)
herauskommt. 8 Gott (w. Er) hat die Macht, ihn (nachdem er gestorben ist,
wieder ins Leben) zurückzubringen,
Der Tod ist nichts Endgültiges, er stellt lediglich einen Übergang dar; der Mensch, genauer seine Seele lebt weiter. Entweder im Jenseits oder in einem neuen irdischen Leben; eben so lange, bis die "Spielzeit", (Stichwort: Jüngster Tag) beendet ist.
103 Die große Angst (vor dem Gericht,
der die anderen Menschen ausgesetzt sind) macht sie nicht traurig. Und die
Engel kommen ihnen entgegen (mit den Worten): 'Das ist euer Tag, der euch (in
eurem Erdenleben) versprochen worden ist.' 104 (Dieser Zustand tritt ein?) am
(jüngsten) Tag, da wir den Himmel zusammenfalten, wie man eine Urkunde (?) zum
Brief (?) (oder: wie man Urkunden zu Briefen (?), oder: wie der Schreiber
Schriftstücke?) zusammenfaltet (?). Wie wir eine erste Schöpfung (zur Existenz
im Diesseits) hervorgebracht (w. begonnen) haben, wiederholen wir sie (bei der
Auferweckung zur Existenz im Jenseits). (Dies ist) ein Versprechen, das
(einzulösen) uns obliegt. Wir tun das (wirklich).
Das Gericht wird im Koran sehr oft erwähnt. Das Gericht, also die Zeit, in der Gott mit uns ins Gericht geht, die Zeit, in der unsere Zeit zum Spielen abgelaufen ist, die Zeit in der wir alle darüber Rechenschaft abzulegen haben, was wir gelernt haben, wird einst kommen. Wir müssen (ganz im Gegensatz zum allgemeinen Denken der "Ungläubigen") davon ausgehen, dass es mit uns nicht immer und immer weiter gehen wird. Einmal wird Schluss sein. Dann werden wir zurückgepfiffen werden. Und das sollte in unserem Wissen verankert sein. Denn ein "danach" wird für uns anders sein als wir es uns derzeit vorzustellen vermögen.
Autor:
B. Freytag
www.gottwissen.de/koran/glaubensfragen.htm